CDU Fraktion Wuppertal

Zunehmende Wildschweinproblematik im Stadtgebiet Wuppertal - Schäden, Sicherheit und Vorsorge im Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest

Sehr geehrte Frau Liebert,

In den vergangenen Monaten ist es im Stadtgebiet Wuppertal vermehrt zu Vorfällen mit Wildschweinen gekommen. Insbesondere die Bereiche Sudberg und Kohlfurth werden inzwischen als Schwerpunkte beschrieben. Dort kommt es wiederholt zu Schäden an privaten und öffentlichen Flächen sowie zu Situationen, die von Anwohnerinnen und Anwohnern als beunruhigend wahrgenommen werden.

Darüber hinaus zeigen einzelne Vorfälle – etwa das Auftreten eines Wildschweins in der Innenstadt von Elberfeld – dass sich die Problematik nicht mehr auf einzelne Randlagen beschränkt.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist auch die Vorsorge im Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest relevant. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, stellt jedoch eine ernsthafte Gefahr für Haus- und Wildschweine dar. Die Nähe bestätigter Fälle in Nordrhein-Westfalen sowie die zunehmende Präsenz von Wildschweinen in Wohn- und Innenstadtlagen unterstreichen die Bedeutung präventiver Maßnahmen und klarer Zuständigkeiten.

Vor diesem Hintergrund bittet die CDU-Fraktion die Verwaltung um die Beantwortung der folgenden Fragen:

1. Wie bewertet die Verwaltung die aktuelle Wildschweinlage im Stadtgebiet Wuppertal insgesamt?

2. Welche Stadtteile bzw. Bereiche werden derzeit als besondere Schwerpunkte oder Problemlagen eingestuft?

3. Welche konkreten Schäden (z. B. an Grünanlagen, Sportflächen, Spielplätzen, Friedhöfen, Gärten oder Infrastruktur) sind der Verwaltung in den vergangenen zwei Jahren bekannt geworden (bitte soweit möglich mit grober räumlicher Zuordnung)?

4. Welche Maßnahmen werden derzeit ergriffen, um Schäden zu begrenzen und Konfliktsituationen zu reduzieren (z. B. Prävention, Sicherung sensibler Flächen, Information der Bürgerschaft)?

5. In welcher Form arbeiten die städtischen Stellen mit der zuständigen Jägerschaft, der Unteren Jagdbehörde sowie ggf. benachbarten Kommunen zusammen? Wie wird die Kommunikation sichergestellt?

6. Wie werden Hinweise und Beschwerden aus der Bürgerschaft erfasst und bearbeitet, und sieht die Verwaltung hier Optimierungsmöglichkeiten?

7. Wie schätzt die Verwaltung die Relevanz der Vorsorge gegen die Afrikanische Schweinepest für das Stadtgebiet Wuppertal aktuell ein?

8. Welche konkreten Informations- und Präventionsmaßnahmen werden derzeit umgesetzt, um eine mögliche Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest zu vermeiden (z. B. Hinweise zum Umgang mit Speiseresten, Leinenpflicht für Hunde in bestimmten Bereichen, Öffentlichkeitsarbeit)?

9. Welche Meldewege gelten in Wuppertal für Funde von verendeten Wildschweinen oder entsprechende Verdachtsfälle, und wie wird sichergestellt, dass diese Informationen die Bevölkerung niedrigschwellig erreichen?

10. Welche Abstimmungen bestehen zwischen Umweltverwaltung, Unterer Jagdbehörde, Veterinäramt und Ordnungsbehörden für den Fall eines ASP-Verdachts oder -Nachweises im Stadtgebiet?

11. Welche organisatorischen und operativen Vorkehrungen wären im Ereignisfall vorgesehen, um schnell und koordiniert reagieren zu können?

12. Sieht die Verwaltung angesichts der zunehmenden Wildschweinpräsenz in Wohn- und Innenstadtlagen weiteren Handlungsbedarf, um Risiken einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest durch menschliches Verhalten zusätzlich zu minimieren?

Die CDU-Fraktion hält es für wichtig, die Entwicklung frühzeitig, sachlich und vorausschauend zu bewerten, um Schäden zu begrenzen, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und zugleich eine wirksame Vorsorge im Bereich des Tierseuchenschutzes sicherzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Hahnel-Müller – Sprecher im Ausschuss für Umwelt, Gesundheit, Klima, Verbraucherschutz und Nachhaltigkeit

CDU-Ratsfraktion