Organisations- und Personalsteuerung der Stadt Wuppertal Gemeinsamer Antrag der Fraktionen von SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke und FDP/WfW vom 06.05.2026
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
die Fraktionen von SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke und FDP/WfW beantragen, der Rat der Stadt Wuppertal möge beschließen:
Zu den Maßnahmen I und III des Haushaltssicherungskonzeptes wird eine umfassende und systematische Aufgaben- und Produktkritik durch die Verwaltung vorgelegt. Diese Analyse in der Personalplanung wird sowohl für die Wiederbesetzung bzw. Wegfall in der strategischen Personalplanung berücksichtigt.
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
die Fraktionen von SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke und FDP/WfW beantragen, der Rat der Stadt Wuppertal möge beschließen:
Zu den Maßnahmen I und III des Haushaltssicherungskonzeptes wird eine umfassende und systematische Aufgaben- und Produktkritik durch die Verwaltung vorgelegt. Diese Analyse in der Personalplanung wird sowohl für die Wiederbesetzung bzw. Wegfall in der strategischen Personalplanung berücksichtigt.
Die Umsetzung erfolgt erst nach der Analyse und der Beschlussfassung im HPA und Rat.
1. Einführung eines Drei-Säulen-Modells der Personalsteuerung
Die Verwaltung richtet ihre Organisations- und Personalsteuerung künftig auf Basis eines Drei-Säulen-Modells aus. Ziel ist eine ganzheitliche, strategisch ausgerichtete Steuerung von Aufgaben, Strukturen und Personalressourcen, unter der direkter Einbeziehung des Personalrates.
Die Verwaltung richtet ihre Organisations- und Personalsteuerung künftig auf Basis eines Drei-Säulen-Modells aus. Ziel ist eine ganzheitliche, strategisch ausgerichtete Steuerung von Aufgaben, Strukturen und Personalressourcen.
Säule 1: Strukturanalyse – Organisation verstehen
Systematische Untersuchung der Aufbau- und Ablauforganisation, der Aufgabenverteilung, Zuständigkeiten und Schnittstellen mit dem Ziel, die tatsächliche Funktionsweise der Verwaltung transparent zu machen und Optimierungspotenziale zu identifizieren.
Säule 2: Potenzialanalyse – Entwicklung ermöglichen
Bewertung von Effizienzpotenzialen, Innovationsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft sowie Identifikation struktureller Hemmnisse. Ziel ist es, bestehende Stärken auszubauen und Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Verwaltung zu schaffen.
Säule 3: Ressourcenanalyse – Handlungsspielräume definieren
Systematische Erfassung und Bewertung der personellen, technischen und finanziellen Ressourcen. Neben dem Ist-Zustand werden Entwicklungsperspektiven und Szenarien für eine nachhaltige Aufgabenwahrnehmung berücksichtigt.
2. Verknüpfung mit Aufgaben- und Produktkritik
Die Drei-Säulen-Analyse wird eng mit einer flächendeckenden Aufgaben- und Produktkritik verbunden.
Diese umfasst insbesondere:
* die systematische Überprüfung bestehender Aufgaben und Standards
* die Bewertung von Pflicht- und freiwilligen Leistungen
* die Analyse von Arbeitsprozessen und Bearbeitungsstrukturen
Ziel ist es, Aufgabenprioritäten klar zu definieren und eine belastbare Grundlage für weitere organisatorische und personelle Entscheidungen zu schaffen.
3. Strategische Personalperspektive
Auf Basis der Ergebnisse wird eine gesamtstädtische, fortschreibungsfähige Personalstrategie entwickelt.
Diese berücksichtigt insbesondere:
* demografische Entwicklungen und Fluktuation
* Veränderungen von Aufgaben und Berufsbildern
* Potenziale durch Digitalisierung und neue Arbeitsformen
* Anforderungen an einen leistungsfähigen Bürgerservice
Ziel ist eine langfristig tragfähige und an den Aufgaben orientierte Personalsteuerung.
4. Ergänzende Aspekte
Ebenso werden Aspekte der Personalgewinnung, -bindung und des Gesundheitsmanagements berücksichtigt und in die Gesamtstrategie integriert.
5. Steuerung und Umsetzung
Der Verwaltungsvorstand übernimmt die gesamtstädtische Steuerung des Prozesses, stellt eine einheitliche Durchführung sicher und leitet konkrete Maßnahmen ab.
Die Einsparziele werden auf Basis der Analyse konkretisiert, transparent dargestellt und nachvollziehbar gesteuert.
Oberstes Ziel ist eine vorausschauende und wirkungsorientierte Steuerung des Personalbereichs. Voraussetzung für eine nachhaltige Weiterentwicklung und wirtschaftliche Ausrichtung ist jedoch eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Diese entsteht erst mit dem Abschluss der Aufgaben- und Produktkritik sowie der Drei-Säulen-Analyse. Darauf aufbauend ist eine strategische Personalplanung zu entwickeln, die den zukünftigen Personalbedarf systematisch ermittelt und gezielte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, Priorisierung und zum verantwortungsvollen Einsatz der vorhandenen Ressourcen ermöglicht.
6. Berichtswesen und Evaluierung
Die Verwaltung berichtet in jeder Sitzung des HPA über:
* den Stand der Analyse
* die Entwicklung der Personalstrategie
* die Umsetzung der Maßnahmen
Spätestens zum Doppelhaushalt 2028/2029 erfolgt eine umfassende Evaluierung.
Begründung:
Die Herausforderungen im Personalbereich erfordern eine stärker strategisch ausgerichtete Steuerung. Mit der Kombination aus Aufgaben- und Produktkritik sowie einer strukturierten Analyse von Organisation, Potenzialen und Ressourcen wird eine fundierte Grundlage geschaffen, um Personalentscheidungen künftig stärker an tatsächlichen Aufgaben und Entwicklungsperspektiven auszurichten.
Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Verwaltung langfristig zu sichern, vorhandene Potenziale besser zu nutzen und notwendige Veränderungen aktiv zu gestalten. Dabei wird insbesondere dem Anspruch eines leistungsfähigen und verlässlichen Bürgerservices Rechnung getragen.
Mit freundlichen Grüßen
Ben Thunecke, Fraktionsvorsitzender SPD-Ratsfraktion
Anja Vesper und Michael Wessel, Fraktionsvorsitzende CDU-Ratsfraktion
Denise Frings und Ulrich Christenn, Fraktionsvorsitzende Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Diana Ertel und Till Sörensen-Siebel, Fraktionsvorsitzende Ratsfraktion Die Linke
Karin van der Most und Henrick Dahlmann, Fraktionsvorsitzende Stellv. Fraktionsvorsitzender Ratsfraktion FDP/WfW